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Zwei lebensverändernde Korrekturen

Aktualisiert: 17. Feb.

Die erste Korrektur: Erkennen, wer Sie wirklich sind

 

Wir wissen nicht, wer unsere Welt erschaffen hat. Doch wir wissen genau, dass diese Welt von Anfang an dualen Charakter hatte. Wenn aus dem Nichts ein Ding entsteht, gibt es zwangsläufig einen Raum, in dem es nicht existiert. Und wenn Licht darauf scheint, wirft es zwangsläufig auch einen Schatten. So ist es mit allen Erscheinungsformen in unserer Welt. Tag und Nacht, heiss und kalt, hell und dunkel, gut und böse.

Für das Böse steht der Teufel, für das Gute steht Gott. So haben wir es gelernt.


Benutzen wir unseren gesunden Menschenverstand und fragen wir uns:

Wie kann es sein, dass der Schöpfer unserer Welt aufgehört hat, der allmächtige Schöpfer zu sein, um stattdessen selber einzusteigen und einen ewigen Kampf gegen das Böse zu führen?


Doch ist das wirklich so, oder steckt hinter dem, was wir Gott nennen etwas völlig anderes?

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass alle Eigenschaften, die wir Gott zuschreiben, identisch mit den unseren sind? Ist jener Gott nicht in Wahrheit eine Projektion von uns Menschen?


Wir müssen als erwachte Menschen doch erkennen, dass der eigentliche Schöpfer und unser Gott zwei verschiedene Phänomene sind.


Gott wird von uns Menschen wie ein Schweizer Messer benutzt, um heilige Kriege zu führen, anderen mit seinem Zorn zu drohen, Andersgläubige zu töten oder Willfährige mit der Aussicht auf einen Platz im Paradies zu belohnen.

Warum glauben so viele Menschen dennoch an diesen Gott?

Die Antwort ist: Weil sie es so gelernt haben. Seit Generationen hat man es Ihnen so beigebracht und selbst die Lehrer und Professoren, die heute denselben Unfug verbreiten, sind davon felsenfest überzeugt, weil auch sie es so gelernt haben.

Und hier kommt der Moment, wo wir als erwachte Menschen aufgerufen sind, uns von diesem kollektiven Müll zu befreien.

Hören wir einfach auf, uns unter dem Begriff Schöpfer eine Person vorzustellen. Wir verstehen diese Schöpfung mit all ihren Erscheinungsformen sehr viel schneller, wenn wir für möglich halten, dass der Ausgangspunkt der Schöpfung eine Quelle ist, die wir Liebe nennen.

Stellen wir uns vor, dass es die Liebe ist, die in allem und jedem vorhanden ist. Dann wird auch der Satz «I am that» verständlicher, den man am besten mit «Ich bin Alles, was ist» übersetzen würde.

Nehmen wir also an, dass jeder einzelne Mensch in seiner Essenz die reine Liebe ist.

Das zu glauben, fällt schwer, doch mit der zweiten Korrektur vollziehen wir ein weiteres Umdenken und schon dürfte es leichter fallen, zu erkennen, wer wir in Wahrheit sind.

 

Die zweite Korrektur: Das Ego vom Thron holen

 

Ein fiktives Gespräch unter Freunden:

"Was soll das heißen, das Ego vom Thron holen? Bei mir sitzt es jedenfalls nicht auf dem Thron, denn ich entscheide immer alles selbst."

Simon sah mich erwartungsvoll an.

"Ach ja? Das glaubst du nur deshalb, weil dein Ego dich schon völlig übernommen hat." Ich grinste ihn an und wusste, dass ich ihn damit provoziert habe. Und so kam seine Antwort prompt:

"Du spinnst doch! Was weißt du schon von mir? Hör bloß auf, mich therapieren zu wollen!"

"Ist das gerade Wut, was du da spürst?" fragte ich ihn.

"Da fragst du noch? Es gelingt dir doch jedes Mal, mich in Rage zu bringen. Du bist ein überhebliches Miststück!"

"Tut mir leid, Simon. Ich will dich nicht verletzen. Es geht mir nur darum, dir aufzuzeigen, wer da gesprochen hat."

"Wieso? Das war doch wohl offensichtlich, oder ist hier sonst noch jemand im Raum?"

"Nein, nur wir beide. Doch deine Worte waren die Wahl deines Egos, weil es auf deinem Thron sitzt."

Simons Gesicht verfärbte sich leicht ins Rötliche und er schien nach Worten zu suchen.

Er stand auf und ging in die Küche. "Willst du auch einen Kaffee?" rief er.

"Ja, gerne. Mit Milch, ohne Zucker."

Die Kaffeemaschine arbeitete geräuschvoll, und ich sah, dass Simon nachdenklich mit den Tassen hantierte. Als er zurückkam, reichte er mir die Tasse und sagte:

"Ich habe mich gerade sehr beherrschen müssen, um dir nicht ins Gesicht zu springen."

"Und warum hast du es nicht getan? Hattest du Angst?"

"Ja. Ich hatte Angst, dass es eskalieren könnte."

"Bist du immer noch wütend auf mich?"

"Ja, eigentlich schon."

"Wollen wir ein kleines Denkexperiment machen, Simon?"

"Was?"

"Stell dir einmal vor, dass wir noch einmal von vorne beginnen. Mit einem Unterschied: Du antwortest nicht sofort und beobachtest nur, was in dir geschieht, okay?"

"Einverstanden!"

"Okay! Also ich sage dir, dass dein Ego dich voll übernommen hat."

Stille.

"Lass hören, was gerade in dir abgelaufen ist, wenn du bereit bist!"

Nach einer Zeit antwortete Simon:

"Das war jetzt spannend. Zuerst kam Ärger und Ablehnung. Beides verflog aber langsam und ich fragte mich, wo sie hin sind. Dann begriff ich, dass ich nicht mehr wütend auf dich war, sondern wissen wollte, wieso du das behaupten kannst."

Ich grinste ihn an und antwortete:

"Mit meinem Satz wollte ich dich bewusst provozieren und es war mir beim ersten Mal auch gelungen. Dein Ego ging gleich auf mich los. Ich hakte nach und fragte, ob es Wut sei, die du spürtest und du fühltest dich noch mehr provoziert und gleichzeitig gerechtfertigt."

"Stimmt!"

"Du musst wissen, dass nur dein Ego so reagieren kann. Alle Emotionen, Rechtfertigungen, Ängste und noch vieles mehr sind Anzeichen dafür, dass dein Ego den Thron innehat. Im zweiten Versuch hast du es ausgebremst und hingespürt. Das ist der Schlüssel, Simon, um dein Ego vom Thron zu holen."

Simon dachte nach. "Wenn das stimmt, was du sagst." Er beendete den Satz nicht, sondern verfiel weiter ins Nachdenken.

Nach ein paar Minuten sah er mich fragend an. Ich war gespannt, was er jetzt sagen würde.

"Und wieso ist es nicht gut, wenn das Ego auf dem Thron sitzt? Schließlich bin ich doch bis jetzt gut damit gefahren, oder?"

"Wirklich?", fragte ich. "Dein Sohn spricht seit Jahren nicht mehr mit dir. Du hast zweimal deinen Job geschmissen, weil dir die Chefs zu blöd waren, und wenn ich mich nicht irre, laufen gerade zwei Klagen vor Gericht. Das nennst du gut?"

"Was sollte ich denn dagegen tun? Mein Sohn ist ein selbstgerechter Besserwisser und will mich nicht mehr sehen, weil er sich für mich schämt, der Spinner. Und meine Chefs waren wirklich echte Flaschen, denen ich noch etwas hätte beibringen können. Naja, und die beiden Klagen sind völlig okay. Ich werde sie gewinnen, weil ich im Recht bin. Das hat mein Anwalt mir auch bestätigt."

"Das waren nur drei Beispiele aus deinem Leben, Simon. Du weißt genau, dass sie nur die Spitze des Eisberges bilden. Und immer sind es die anderen, die nicht gut genug sind oder sich falsch verhalten haben. Das fällt dir doch sicher auch dabei auf, oder? Auch das sind eindeutige Zeichen dafür, dass dein Ego der Boss ist. Für ein Ego sind immer die anderen Schuld."

"Du willst doch nicht ernsthaft behaupten, dass all das anders gelaufen wäre, wenn mein Ego nicht der Boss gewesen wäre?"

"Na klar!"

"Wie zum Beispiel? Kann ich mir nicht vorstellen."

"Nehmen wir deinen Sohn. Ohne dominantes Ego hättest du besser zuhören und mitfühlender sein können, anstatt ihm zu sagen, was für ihn deiner Meinung nach das Beste sei. Du würdest ihm keine Vorwürfe gemacht haben. Vorwürfe gehören zu den häufigsten Waffen eines Egos. Deine beiden Jobs wären anders gelaufen, weil du erkannt haben könntest, dass du vielleicht genau deshalb die Jobs bekommen hattest, um deine Chefs mit deinem Fachwissen zu unterstützen. Stattdessen hat dein Ego sie disqualifiziert, damit du dich besser und kompetenter fühlen konntest. Und was die beiden Klagen angeht, hättest du nicht den Kampf vor Gericht, sondern einen Kompromiss gewählt."

"Verstehe". Simon dachte nach und lange blieb es still. Ich trank meine Kaffee und stellte mir vor, dass Simon in diesem Moment eine wichtige Erkenntnis zugelassen hat.

 

Nachtrag

 

Sobald wir im Wissen gefestigt sind, dass wir nicht vom Schöpfer, also von der Quelle, von der Liebe getrennt, sondern ein fleischgewordener Aspekt der Liebe sind, erkennen wir zwangsläufig, dass dies auch für jeden anderen Menschen gilt.

Warum ist es so wenig offensichtlich?

Weil der Mensch mit einem freien Willen ausgestattet ist, der in die falsche Richtung wirkt, wenn er glaubt, vom Schöpfer getrennt zu sein und für sich selbst sorgen zu müssen, um in dieser Welt zu überleben.


Wer genau hinschaut, erkennt, dass sich der freie Wille eigentlich nur auf eine einzige Entscheidung reduziert: Will ich im Einklang mit dem Schöpfer leben oder mich als getrenntes Einzelwesen in dieser Welt fühlen?

 

Was heißt es denn, im Einklang mit dem Schöpfer zu leben?

Ganz einfach! Es heißt, dass ich mich vorbehaltlos dem Leben anvertraue, denn ich weiß, dass dieselbe Intelligenz, die meine Körperfunktionen ausführt und die Abläufe im Universum regelt, auch mein Leben optimal gestaltet, solange mein Ego sich nicht einmischt.


Natürlich gibt es noch sehr vielmehr zu diesen Themen zu schreiben und möglicherweise sind Fragen entstanden, die Sie gerne beantwortet hätten.


Nutzen Sie die Möglichkeit einer persönlichen Beratung und suchen Sie sich hier einen kostenlosen Gesprächstermin aus: Termin aussuchen

! Schauen Sie sich auch den Online-Kurs von Swiss Harmony an: Inspirierende Wege in die Harmonie.

 

 

 

 

 

 

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2 Kommentare

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Gast
22. Feb.
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Klar und deutlich. Stoff zum Nachdenken.

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Gast
28. Jan.
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Endlich hat mal jemand geschrieben, was entscheidend ist. Alles andere sind logische Konsequenzen. Sehr gut! Weiter so! Ich hoffe, das hier noch mehr kommen wird.

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